Honig abfüllen

Bevor der Honig in Gläser abgefüllt werden kann muss er erst noch mit einem Sieb gefiltert werden. Dazu wird der Honig noch einmal durch Feinsieb laufen gelassen. In der Bio-Imkerei darf die Maschenweite des Siebes maximal 0.02mm betragen. Dadurch wird sichergestellt, das die feinen Pollen-Partikel, die einen lokalen Honig so wertvoll machen, im Honig verbleiben. Diese winzig kleinen Partikel sollte man später bei einem Blick durch ein Honigglas erkennen oder aber mindestens erahnen können. Honig, der einem glasklar erscheint und in dem überhaupt keine Partikel zu finden sind wurde wahrscheinlich zu sehr gefiltert oder gar gesiebt. Die guten natürlichen Bestandteile sind dann nicht mehr vorhanden.

Nach der Feinfilterung bleibt der Honig noch ein paar Tage im geschlossen Eimer. Durch die Schleuderung und das Filtern haben sich im Honig kleine Luftbläschen gebildet. Durch die Standzeit im Eimer können dies Luftbläschen nach oben wandern und setzen sich als eine dünne Schaumschicht an der Oberfläche ab. Diese Schicht kann vom Imker anschließend abgeschöpft werden. Qualitativ ist diese Schaumschicht überhaupt kein Problem, da sie nur aus Honig und Luft besteht. Viele Kunden denken jedoch später bei einer weißen Schicht auf dem Honig im Glas, dass mit dem Honig etwas nicht in Ordnung ist. Daher wird die Schicht vom Imker vorab abgeschöpft. Sollten Sie mal so ein Honigglas mit einer weißen Schicht entdecken: probieren Sie mal nur die weiße Schicht! Das schmeckt süß und cremig. Und wer es nicht mag: einfach wieder unterrühren!

Flüssiger Honig ist nun fertig zum Abfüllen. Cremigen Honig muss der Imker erst noch cremig rühren. Dazu wird der Honig im Eimer mehrere Tage hintereinander mehrfach am Tag mit einem Rührer ordentlich durchgerührt, bis sich Kristalle bilden. Erst wenn der Honig perlmuttfarben glänzt, ist er fertig gerührt und er bleibt dauerhaft cremig. Wird er zu kurz gerührt, war die Kristallisation noch nicht abgeschlossen und der Honig wird später im Glas nach und nach wieder flüssig werden. Der Qualität des Honigs tut dies keinen Abbruch. Der Honig leidet darunter nicht. Nur die Konsistenz ist eine andere.

Nun ist der Honig, ob cremig oder flüssig, fertig zum Abfüllen. Dazu wird der Honig noch einmal aus dem Eimer in einen Abfüllkübel aus Edelstahl geschüttet. Diese Abfüllkübel haben einen Quetschhahn, aus dem der Honig in die Gläser abgefüllt wird. Dazu werden die Gläser auf eine geeichte Waage gestellt und einzeln abgefüllt und etikettiert.

Fertig ist das Honigglas!

 

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